Un-Gehorsam: Nein, diese Suppe esse ich nicht (archiviert)

Maria Hofstätter, Martina Spitzer und der Musiker Martin Zrost grasen auf der Wiese des Ungehorsams. Eine Projekttheater-Produktion.

Freitag, 12.09.2014 / Buchboden, Feldhotel

„Wer nur gehorsam ist, ist ein Sklave. Wer nur ungehorsam ist, ist dumm.“ Ist jemand, der seine Suppe nicht essen will, schlichtweg renitent, oder hat er einen triftigen Grund dafür? Vielleicht ist die Suppe ja vergiftet. Oder schmeckt einfach schlecht. Wäre es nicht eine Frage von Herz und Verstand, statt einer schlechten eine gute Suppe kommen zu lassen? Es scheint ein mysteriöses Prinzip der Politik zu sein, den Bürgern schlechte Suppen vorzusetzen! Jahrhundertelang haben Könige, Priester, Feudalherren, Industrielle und Eltern darauf bestanden, dass Gehorsam eine Tugend und Ungehorsam ein Laster sei. Aber die Menschheitsgeschichte begann mit einem Akt des Ungehorsams, und es ist nicht unwahrscheinlich, dass sie mit einem Akt des Gehorsams ihr Ende finden wird. Das Projekttheater präsentiert beim Walserherbst 2014 eine philosophisch-literarisch-musikalische Lesung. Mit Texten u.a. von Achternbusch, Nestroy, Valéry, Brecht, Martin Luther King, Ringelnatz, Thoreau, Montaigne, Adorno und Morgenstern.